Die Holmium-Laser-Enukleation der Prostata ist ein innovatives Operationsverfahren mit minimalinvasiven Zugang durch die Harnröhre, unabhängig von der Größe der Prostata, mit geringem Blutungsrisiko (also auch für Patienten mit Blutverdünnern geeignet) und kürzerem Krankenhausaufenthalt. Grundsätzlich ist auch die Operation bei Vorliegen eines Prostatakrebses möglich. Hier jedoch nicht, um den Krebs zu bekämpfen, sondern die Qualität des Wasserlassens zu verbessern.
Mit dem Holmiumlaser wird die Prostata enukleiert, sozusagen ausgeschält. Dabei wird die Prostatadrüse aus ihrer Kapsel herausgelöst. Die Blutstillung erfolgt dabei durch die Laserenergie. Das gesamte herausgelöste Gewebe wird immer auf einen etwaig vorliegenden Prostatakrebs untersucht. Mit dem Holmiumlaser können zur gleichen Zeit Harnblasensteine zertrümmert werden. Durch die Enukleation wird das Prostatagewebe bis auf die Kapsel entfernt, was hervorragende und nachhaltige Operationsergebnisse (guter Harnstrahl und vollständige Entleerung der Harnblase) zur Folge hat. Ein weiterer Vorteil der Enukleation ist, dass sie für alle Prostatagrößen geeignet ist (bis zu 600 Gramm) und daher eine Operation mit einem Bauchschnitt nur noch äußerst selten notwendig ist (link 4d1c offene Operation).
In dem zertifizierten urologischen Laserzentrum des Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikums wurden seit 1998 über 6500 Holmium-Laser-Enukleationen durchgeführt, zurzeit durchschnittlich 650 pro Jahr. Damit ist das Laserzentrum bei der Durchführung von HoLEPs europaweit führend.
Aufgrund zahlreicher Studien, zum Teil auch aus dem Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum, ist die Holmium-Laser-Enukleation der Prostata seit 2006 in den europäischen Leitlinien für Urologie und durch den gemeinsamen Bundesausschuss (oberstes Beschlussgremium der Krankenkassen, Krankenhäuser und der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärzte) als einziges Alternativverfahren mit geringeren Nebenwirkungen zur herkömmlichen Ausschabung (TUR-P) und der offenen Operation über den Bauchschnitt anerkannt.